Wer sich für ein Kadettenprogramm oder eine Ausbildung mit Auswahlverfahren bewirbt, trifft früher oder später auf den DLR-Test. Dieser Überblick erklärt, wie er aufgebaut ist und welche Fähigkeiten er misst.
Das Verfahren zerfällt in zwei Teile, die kaum etwas gemeinsam haben. Die erste Stufe — oft Grundstudie genannt — ist ein Tag am Computer. Sie besteht aus einer Reihe von psychologischen Leistungstests, die streng getaktet ablaufen: Sie sehen eine Aufgabe, haben wenige Sekunden, entscheiden, und die nächste erscheint. Es gibt kein Zurück und keine Bedenkzeit.
Die zweite Stufe ist ein sozialer Auswahltag: Gruppenübungen, ein Interview mit Psychologinnen und Psychologen, je nach Verfahren ein Simulator- oder Koordinationscheck. Hier zählt nicht mehr Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern wie Sie sich in einer Gruppe verhalten und wie nachvollziehbar Sie Ihre Entscheidungen begründen.
Für die erste Stufe kursieren mehrere Bezeichnungen. Verbreitet sind Grundstudie und Berufsgrunduntersuchung, abgekürzt BU. Die zweite Stufe wird häufig Firmenqualifikation genannt, abgekürzt FQ. Welche Bezeichnung in Ihrem Verfahren verwendet wird, hängt vom Auftraggeber ab — gemeint ist jeweils dieselbe Zweiteilung in Computertest und Auswahltag.
Auch die Aufgabentypen tragen Kürzel. PPT steht für das Würfelklappen, WFG für die Wegfiguren. Beide gehören zum räumlichen Vorstellungsvermögen und sind in unserem Programm enthalten.
Wer nur „Pilotentest üben" sucht, trainiert fast immer nur die erste Stufe — und steht in der zweiten unvorbereitet da. Beide Teile brauchen eine eigene Strategie.
Der entscheidende Punkt, den viele zu spät begreifen: Es ist kein Wissenstest. Abgefragt werden kognitive Grundfunktionen, die im Cockpit gebraucht werden. Grob lassen sich die Aufgaben in acht Bereiche einteilen:
Der einzige Bereich, in dem Lernen im engeren Sinn hilft, ist Physik und Technik — dort geht es um Schulwissen. Alles andere misst Fähigkeiten, die sich nicht über Nacht aneignen lassen.
Das DLR gibt öffentlich an, dass die Art der Vorbereitung die Bewertung nicht beeinflusst. Das ist eine wichtige Aussage, und wir halten es für unseriös, etwas anderes zu behaupten. Niemand kann Ihnen ein besseres Ergebnis verkaufen.
Was Übung leisten kann, ist etwas anderes, aber nicht wertlos: Wenn Sie die Aufgabenformate kennen, verlieren Sie am Testtag keine Sekunden mehr damit, die Anweisung zu verstehen. Sie wissen, wie sich das Tempo anfühlt. Sie erschrecken nicht, wenn plötzlich zwei Dinge gleichzeitig laufen. Und Sie gehen ruhiger hinein, weil nichts überrascht.
Viele üben tagelang einen einzigen Aufgabentyp, weil er ihnen schwerfällt, und ignorieren den Rest. Im Test kommen die Bereiche aber gemischt und ohne Pause. Wer nur Würfel geübt hat, ist beim Wechsel auf Kopfrechnen genauso überfordert wie vorher — nur müder.
Sinnvoller ist es, alle Bereiche im Wechsel zu üben und mindestens einmal einen kompletten Durchlauf am Stück zu machen. Nicht wegen der Aufgaben, sondern wegen der Belastung: Konzentration über eine längere Strecke zu halten, ist selbst eine Fähigkeit.
Das Konzentrationsmodul läuft kostenlos und ohne Anmeldung — vollständig, nicht beschnitten.
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